Südafrika – Wie Korruption ein Land ausplündert

Südafrika, der hoffnungsvolle „Regenbogen-Staat“ von 1994, leidet seit Jahren unter massiver Korruption: Die Rede ist von „State Capture“. Im Zentrum der Verflechtung von Politik und organisierter Kriminalität steht der staatliche Energiekonzern Eskom, der das Monopol auf die Stromherstellung hat. Seit Langem produziert er jedoch vor allem Stromausfälle …

Korruption und „State Capture“ in Südafrika: Was das bedeutet und wie lebensgefährlich der Kampf dagegen ist, erzählt die Dokumentation am Beispiel des Energiekonzerns Eskom exemplarisch für zahlreiche staatliche Unternehmen.

Die ungeheuerliche Dimension der Korruption geriet mit einem Mordanschlag im Dezember 2022 wieder in die Schlagzeilen. André de Ruyter, der Vorstandsvorsitzende des Stromversorgers Eskom, bekam in seinem eigenen Büro eine Tasse Kaffee mit Zyanid serviert – er überlebte die Vergiftung nur knapp. Daraufhin schilderte er in einem Fernsehinterview, wie der Konzern von Politikern der Regierungspartei ANC und ihren Geschäftspartnern systematisch ausgeplündert wird.

Der Eskom-Konzern, der das Monopol für die Stromversorgung besitzt und damit lebenswichtig für die Wirtschaft und private Haushalte ist, produziert seit Jahren stundenlange Stromausfälle. André de Ruyter war eingestellt worden, um das Land wieder zuverlässig mit Strom zu versorgen. Doch als er dafür die kriminellen Machenschaften im Betrieb bekämpfen wollte, machte er sich mächtige Feinde.

André de Ruyter, der heute im Exil lebt, erzählt zum ersten Mal vor der Kamera von der Korruption bei Eskom und dem Anschlag auf sein Leben. Investigativjournalisten, die der Autor bei ihren Recherchen begleitet, zeigen, dass die Missstände bis heute nicht beendet sind und dass der Schatten der „State Capture“ immer noch über Südafrika hängt.


Autor:
Dominik von Eisenhart-Rothe
Redaktion: Beate Schlanstein
Produzentin:
Sandra Maischberger
Produktion: VINCENT PRODUCTIONS für WDR/Arte

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2024-04-09T18:52:34+02:00